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Die Cadolzburg - fast wie neu

Das Schloss steht Besuchern wieder offen / Im zweiten Weltkrieg zerstört / Wenige Räume sind wieder zu bestaunen / 27,5 Mio Euro Kosten bisher

(Cadolzburg, 3. Mai 2007) - 27,5 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern in den vergangenen 60 Jahren in das „durch Kriegseinwirkungen und Alter schwer geschädigte Alte Schloss Cadolzburg“ gesteckt, allein 5,6 Mio. in den letzten 24 Monaten. Die Burg „ist noch heute einer der bedeutendsten Traditionsorte der Zollerngeschichte in Franken“, lautet die Begründung der Schlösserverwaltung für das finanzielle Engagement.

 

Anfang dieses Jahrtausends schien Schluss zu sein mit dem laufenden Zuschüssen des Freistaats: Die Außenansicht war wieder hergestellt, aber innen war wenig Zeigenswertes zu sehen. Der Plan, ein Deutsches Burgenmuseum in Franken zu errichten, war im Streit verschiedenster Interessen wie eine Seifenblase zerplatzt.

 

Doch 2005 die Wende: Da beschloss der Landtag, mit einer Summe von 5,6 Mio. Euro wenigstens einige repräsentative Räume der riesigen Anlage wieder reif für Besucher zu machen. Auch damit ist die Restaurierung längst nicht zu Ende. „Diese Arbeiten sind derzeit noch nicht vollständig abgeschlossen und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Offen ist allein, wann wir einen nächsten Schritt schultern können“, verkündete der oberste Schlossherr Bayerns, Finanzminister Prof. Kurt Faltlhauser dieser Tage in Cadolzburg.

 

Dass Bayerns Geldwächter dies ausgerechnet an dem Tag versprach, an welchem die gleichnamige Schlossanlage im Landkreis Fürth wieder für Besucher eröffnet wurde, freut die Marktgemeinde natürlich: Cadolzburg feiert heuer 850sten Geburtstag. Und sie darf darauf hoffen, dass neben den gerade mal 700 Quadratmetern runderneuerten Flächen bald noch weitere Räume hergerichtet und Gästen offen stehen werden.

 

Mit weniger Freude dürfte der Finanzminister selbst an seinen Besitz 20 km nordwestlich Nürnbergs denken: Nicht nur wegen der 5,6 Mio. Euro, mit denen in den letzten beiden Jahren die jetzt abgeschlossenen Arbeiten bezahlt wurden. Darüber hatte er viele Kämpfe mit dem Landtag auszufechten.

 

Gerade der örtliche CSU-Abgeordnete Günter Gabsteiger als Mitglied im Finanzausschuss muss Faltlhauser ständig in den Ohren gelegen haben. Doch den Antrag mit der Landtags-Drucksachennummer 15/2111, der letztendlich die Finanzierung auslöste, haben ausgerechnet die Grünen gestellt: Sieben Mio. Euro aus dem laufenden Haushalt wollten sie 2005 für den Umbau der Cadolzburg locker machen.

 

Zuerst lehnte die CSU-Mehrheit diese Oppositionseingabe ab, um sie schließlich als eigene Idee nochmals einzubringen und, mit 5,6 Mio. Euro Privatisierungsmitteln ausgestattet, zu genehmigen. Die SPD-Parlamentarier enthielten sich bei dieser Abstimmung.

 

Bürgermeister Bernd Obst ist glücklich, dass der Freistaat sich weiterhin um seinen Besitz kümmert. Denn das Neue Schloss sei „einer der wertvollsten Schätze deutscher Profanarchitektur“, wie Burgenforscher urteilen. Doch der Gemeindechef weist darauf hin, dass die Cadolzburger selbst die ersten Räume des Schlosses auf Vordermann gebracht haben.

 

So steht der „Cadolzburger Altar“ seit Jahren wieder an seinem angestammten Ort. Gleichwohl konnte das Kunstwerk wegen der jüngsten Bauarbeiten weder besichtigt, noch die Kapelle als Trauungsraum benutzt werden: „Das verstand ja keiner, dass die Burg ständig zu war“, schüttelt der Bürgermeister rückblickend den Kopf.

HEINZ WRANESCHITZ, bildtext.de


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