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Home / Aktuelle Texte / Klimakatastrophe und Landwirtschaft

 

Klima- und Landwirtschaftsexperten (fast) einig:

Fichtenbestand in Franken bedroht

Doch: lässt sich "mit besserem Frankenwein die Klimakatastrophe leichter ertragen"?

 

Nürnberg, 12. April 2007

 

„Hohe Waldbrandgefahr auf Grund der Trockenheit!“ Doch hat dieser momentan Fernsehen und Rundfunk beherrschende Zustand nur indirekt etwas mit Klimaveränderung zu tun. Obwohl auch unachtsam weggeworfene Zigaretten Wälder zerstören können.

 

Doch die künftig höheren Temperaturen und abnehmenden Niederschläge auf Grund des von Menschen verursachten Treibhauseffektes werden das Zerstörungswerk nicht nur an Wäldern nach Aussagen von Fachleuten sicher durchführen. Wenn nicht sofort etwas dagegen unternommen wird.

 

Wie prognostiziert wird es in Bayern bis zum Jahr 2100 um 1,4 Grad wärmer; 40 mm weniger Niederschlag pro Jahr wird fallen. Laut Christian Ammer von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) „fühlen gerade Fichten sich dabei nicht wohl.“

 

Westmittelfranken scheint mit am stärksten gefährdet: Schon jetzt ist dort „Regenmangelgebiet“. Wie in ganz Bayern liegt auch hierzulande der Fichtenanteil bei über 40%. Dabei wäre sowohl das momentane als auch das kommende Klima „der Wohlfühlbereich der Buche“. Deshalb rät Ammer den Waldbesitzern: „Die Klimaveränderungen akzeptieren. Und Mischbestände mit Buchen aufbauen, aus ökonomischen Gründen, wie bei Aktien.“

 

Doch nicht nur Wassernot und steigende Temperaturen: Zunehmend gefährden Orkane oder Sturzfluten die „Freiluftveranstaltung Forstwirtschaft.“ Das stellt nicht nur die LWF fest: Auch Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller kann „deutliche Entwicklungen erkennen.“ Und nicht zuletzt spüren das gerade Versicherungskonzerne an Hand ihrer Schadensstatistik.

 

Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de)

 

Dagegen scheint die Klimakatastrophe für einen anderen Bereich der fränkischen Freilandwirtschaft auch Positives zu bringen: „Gut für den Wein“ seien die hausgemachten Veränderungen, meint Prof. Klaus Wahl von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG).

 

Die Anbaufläche für fränkische Reben könne sich ausweiten – im Mittelalter war fast ganz Franken Weinland, erinnert der Professor. Und zwei Grad mehr, also Temperaturen wie in Baden, wären der Qualität fränkischer Weine sicher zuträglich; der Pilzbefall leichter zu beherrschen. Obwohl Wahl zugibt, die „Inflation des Begriffs Jahrhundertwein“ in der letzten Dekade gebe ihm zu denken.

 

Prof. Klaus Wahl: "Mit besserem Frankenwein alles leichter" (Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de)

 

Außerdem müsse ein Problem gelöst werden, wie LWG-Mann Hans-Peter Wheeler zugibt: Werde es heißer, müssten die Reben künstlich bewässert werden. Doch da das Grundwasser stetig sinke und nicht einfach der Main angezapft werden könne, seien innovative Ideen gefragt: So könne beispielsweise „Grauwasser aus der Dusche, nicht vom WC“ die Reben nässen.

 

Doch gerade an einem einzigen, einfachen Pilotprojekt werde zurzeit gebaut: Am Sulzfelder Cyriakusberg entsteht ein Regenrückhaltebecken. Dass dies gerade jetzt passiert, dafür hat Wheeler eine einfache Erklärung parat: „Das Wasserproblem wurde nicht als vordringlich erkannt.“

 

Einfacher ausgedrückt heißt das: Der Weinbau hat das Thema schlicht verschlafen. Vielleicht halten es die Weinbauern aber auch nur nach dem Motto von Prof. Wahl: „Mit einem guten Wein kann man die Klimaveränderung besser ertragen.“

Heinz Wraneschitz, bildtext.de


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